Die Waldbahn in der Rjavica in Remschenig :) Gozdna železnica na Rjavici v Remšeniku :)

Die Waldbahn "Rjavica"

Am 21. 10. 1881 wurden von der Bergbehörde im Bereich südlich des Remscheniggrabens, südöstlich von Eisenkappel, zwei Grubenfelder des "Zinkerz - und Bleierzbergbaues Remschenik an einen gewissen Josef Bonlanger verliehen. In welchem Ausmaß von diesem bzw. seinen Rechtsnachfolgern Bergbau betrieben wurde, ist nicht mehr genau bekannt; die Stillegung des Betriebes soll aber nach einer internen Aufzeichnung der Bleiberger Bergwerks Union (BBU) zu Ende des vorigen Jahrhunderts erfolgt se in.

Im selben Gebiet, an der Ostflanke des 1258m hohen, stark bewaldeten Kuratkogels, dem sogenannten Rjavica-Wald, errichtete die Forstverwaltung des Grafen Thurn-Valsassina im Jahre 1903 eine der Holzbringung dienende Bahnanlage, bestehend aus einem ca. 800m langen, im leichten Gefälle dem Gelände angepaßt verlaufenden, schmalspurigen Schienenweg mit 760 mm Spurweite und, an dessen Ende, einem dreischienigen Bremsberg mit Ausweiche, der in den Graben des Črnca-Baches hinabführte und über diesen eben auslief.

Der Holztransport erfolgte durch Schwerkraft; die Wagen Waldbahntrucks mit hölzernen Untergestellen - wurden auf der erstgenannten Rollbahn durch Pferdekraft wieder an die Ausgangsstelle zurückgebracht. Nach Aussagen älterer Forstarbeiter stand diese Waldbahn samt Bremsberg im April 1950 zum letzten Mal im Betrieb. Heute sind noch zahlreiche Spuren dieser Bahn erkennbar, aus welchen man ihren Verlauf ersehen kann: Man erreicht den inmitten eines Hochwaldes gelegenen Ausgangspunkt der Bahn erst nach längerem Fußmarsch. Sechs Waldbahntrucks, an denen der Zahn der Zeit allerdings schon ziemlich genagt hat, einige davon noch mit Achsen versehen, stehen hintereinander im Gelände. In der Nähe befindet sich eine Ansammlung von Schienenbefestigungsmitteln. Die Waldbahntrasse ist noch durchwegs gut erkenn- und begehbar; lediglich die Bereiche dreier eingestürzter Brücken müssen etwas mühsam umgangen werden.

Anfangs durch Mischwald, später durch schönen Buchenwald verlaufend, führte die Trasse nach ca. zwei Dritteln der Strecke durch einen etwa 30m langen Tunnel, vor dessen südseitigem Naturportal noch zwei Schienen liegen. Dieser Tunnel hatte an beiden Mundlöchern Sperrbalken und somit wahrscheinlich auch eine Remisenfunktion.

Weiter über zwei Hangbrücken ziehend und von zwei Stützmauern gehalten, erreichte die Trasse schließlich den Beginn des Bremsberges. Die Fundamente des Bremsberghauses sind noch vorhanden. Die Trasse des Bremsberges, der - wie bereits erwähnt - eine Ausweiche besaß, ist zwar ziemlich verwachsen, doch im Gelände noch einwandfrei erkennbar, wenn man ihre seinerzeitige Lage kennt. An ihrem unteren Ende sind noch die Fundamente der ehemaligen Brücke über den Tschenzabach erkennbar, in deren Nähe Reste einer Seiltrommel liegen.

Eine besondere Rolle spielte eine etwa in Streckenmitte oberhalb der Waldbahntrasse gelegene, völlig intakte und mit altmodischem, aber noch durchaus brauchbarem Inventar ausgestattete, aus Holz gefertigte Hütte mit der Aufschrift "Berghaus Jerawiza - Mh. 960 m 1881". Es ist dies die sogenannte "Köhlerhütte", die aus der Zeit der eingangs aus diesem Grunde erwähnten Bergbauära stammt und die sicherlich auch später dem Waldbahnpersonal als Unterkunft gedient haben mag.

Die darinnen allerdings neben einem Foto der Bahntrasse aufscheinende Anmerkung "Erzbahnanlage durch den Stollen Richtung Bremsberg, wo die Hunte hinabgelassen wurden"‚ ist unrichtig. Hier ist der Beweis: Zum Zeitpunkt der Berghauepoche in diesem Gebiet, die vor Ablauf des vorigen Jahrhunderts endete, existierte die Bahn noch gar nicht. Die BBU hat die eingangs erwähnten Grubenfelder zwar laut Kaufvertrag vom 24.06. bzw. 01.07.1940 von Thurn – Valsassina erworben, trotz des Erwerbes der Bergbauberechtigung im Jahre 1940 nach eigenen Angaben dort aber weder Schürfarbeiten noch Erzabbau betrieben. Somit war die Rjavica-Bahn eine echte, zur Holzbringung erbaute Waldbahn, die nunmehr bereits der Geschichte angehört.

 

Fotos von der Rjavica-Waldbahn, auf facebook von Otto Jamelnik gepostet:

Quelle von Text und Fotos: Otto Jamelnik (Facebook-Gruppe: "Eisenkappel in alten Ansichten")